Even Realities G2 und R1 im Test: Smarte KI-Brille für mehr Produktivität im Alltag

Even Realities G2 und R1 im Test: Smarte KI-Brille für mehr Produktivität im Alltag

Was sind die Even Realities G2 und der R1?

Die Even Realities G2 ist eine leichte smarte KI-Brille mit einem Mikrodisplay, das kontextbezogene Informationen direkt ins Sichtfeld der Nutzer projiziert. Die Benutzeroberfläche setzt auf eine grüne, monochrome Darstellung, die Informationen gut lesbar hält und gleichzeitig eine visuelle Überfrachtung vermeidet.

Die Bedienung erfolgt in erster Linie über den R1-Smart-Ring, einen kleinen tragbaren Controller, mit dem Nutzer mit minimalen Bewegungen durch Menüs scrollen, Auswahlen bestätigen und Inhalte navigieren können. Ein im Brillengestell integriertes Touchpad dient als zusätzliche Eingabemethode.

Eine bemerkenswerte Designentscheidung ist der Verzicht auf eine integrierte Kamera. Dadurch eignet sich das Gerät besser für Umgebungen, in denen Datenschutzbedenken den Einsatz von Wearables häufig einschränken.

Zusammen bilden Brille und Ring ein Ökosystem, bei dem diskrete Bedienung, schneller Informationszugriff und KI-gestützte Produktivität im Mittelpunkt stehen – und nicht immersive visuelle Erlebnisse.

Einrichtung und erste Eindrücke

Die Einrichtung ist unkompliziert und leicht zugänglich. Die Brille wird über die Even-App auf dem Smartphone verbunden, wo das Koppeln von Brille und Ring nur wenige Minuten dauert. Beim Onboarding führt ein kurzes Tutorial den Nutzer durch die Bedienung der Oberfläche mit dem Ring und den Touch-Steuerelementen.

Diese reibungslose Einrichtung ist für Unternehmensumgebungen wichtig, in denen ein kompliziertes Onboarding die Einführung bremsen kann. Schon nach kurzer Zeit sind die Kernfunktionen des Geräts einsatzbereit.

Die Oberfläche selbst ist bewusst minimalistisch gehalten. Das grüne Display ist gut lesbar und wirkt selbst bei längerer Nutzung nicht überladen.

Eine wichtige Einschränkung beim Test: Das Gerät war nicht mit Korrekturgläsern ausgestattet. Deshalb war das Display mitunter schwer zu lesen. Für den Einsatz in Unternehmen bedeutet das, dass Organisationen bei der Einführung in ihren Teams gegebenenfalls individuelle Anpassungen mit Sehstärke einplanen müssen.

Bedienkonzept: die Bedeutung des R1-Rings

Der R1-Ring ist eines der markantesten Elemente des G2-Ökosystems. Zwar lässt sich die Brille auch über das Touchpad am Gestell steuern, doch der Ring wird schnell zur bevorzugten Bedienmethode.

Das Scrollen durch Menüs, das Lesen von Texten und das Navigieren durch Eingabeaufforderungen fühlt sich natürlich und unauffällig an. In beruflichen Situationen wie Meetings oder Präsentationen ist diese dezente Art der Bedienung besonders wertvoll, da sie den Gesprächsfluss nicht unterbricht.

Im Vergleich zu reinen Sprachschnittstellen ermöglicht der Ring eine präzisere Steuerung, ohne ständige Spracheingaben zu erfordern.

Kernfunktionen im Alltag

Die G2 konzentriert sich auf eine Auswahl an Funktionen, die eher der Produktivität als der Unterhaltung dienen. Eine der praktischsten ist die Teleprompter-Funktion. Texte lassen sich über die Even-App hochladen und direkt in der Brille anzeigen. Mit dem Ring kann der Nutzer in angenehmem Tempo durch die Inhalte scrollen. Im Test funktionierte das zuverlässig und intuitiv. Der Teleprompter ist besonders nützlich bei Präsentationen, Pitches oder Schulungen, bei denen eine strukturierte Kommunikation wichtig ist.

Auch die Echtzeitübersetzung überzeugt. Mithilfe der automatischen Spracherkennung konnte das System Gespräche auf Portugiesisch, Spanisch, Bulgarisch, Vietnamesisch, Griechisch und Niederländisch übersetzen. Bis der übersetzte Text im Display erscheint, vergehen ein paar Sekunden, doch die Ergebnisse sind in der Regel klar und in echten Gesprächen gut verwendbar.

Der integrierte Sprachassistent Even AI lässt sich mit „Hey Even“ aktivieren. Der Assistent kann Fragen beantworten, Erinnerungen erstellen und Schnelllisten anlegen. So lassen sich Informationen festhalten oder Aufgaben strukturieren, ohne Smartphone oder Laptop öffnen zu müssen.

Schnelllisten eignen sich besonders gut, um im Laufe des Tages Erinnerungen festzuhalten. Even AI kann Listen direkt per Sprachbefehl erstellen, sodass Nutzer Informationen speichern können, ohne laufende Gespräche oder Aufgaben zu unterbrechen.

Die Navigationsfunktion zeigt derzeit eine einfache 2D-Ansicht von oben. Sie unterstützt Fußgänger- und Fahrradrouten, eine Einbindung des öffentlichen Nahverkehrs gibt es jedoch noch nicht. Auch wenn diese Funktion weniger ausgereift wirkt als spezielle Navigations-Apps, ist sie für eine schnelle Orientierung durchaus nützlich.

Die Even-App enthält zudem ein Gesundheits-Dashboard, das Schritte, Kalorien, Schlaf, Temperatur, Herzfrequenz, HRV und SpO2 erfasst. Auch wenn Gesundheitstracking nicht im Mittelpunkt des Geräts steht, erweitert es den Funktionsumfang innerhalb desselben Ökosystems.

Akkulaufzeit und Ladekonzept

Eine der stärksten praktischen Designentscheidungen ist das Ladesystem. Das Etui fungiert als Powerbank, sodass die Brille automatisch geladen wird, sobald sie darin verstaut ist. Statt die Brille direkt per Kabel zu laden, müssen Nutzer in erster Linie das Etui selbst aufladen.

Im Test hielt der Akku der Brille einen ganzen Arbeitstag durch, während der Ring mehrere Tage ohne Aufladen auskommt. Damit eignet sich das Gerät für den durchgehenden beruflichen Einsatz, ohne dass man ständig ans Laden denken muss.

Da das Laden zum selbstverständlichen Teil des Verstauens wird, wirkt das Gerät zuverlässig und jederzeit alltagstauglich. Dieser Ansatz reduziert Reibungsverluste und macht das Ökosystem praktischer für Geschäftsumgebungen, Reisen und Veranstaltungen.

Technische Daten im Überblick

Even Realities G2 Smart Glasses

Kategorie | Spezifikation

Display | Monochromes grünes Mikrodisplay

Audio | Integrierte Lautsprecher

Mikrofon | Integrierte Spracheingabe

KI-Assistent | Even AI mit Sprachaktivierung

Bedienung | Touch-Steuerung am Gestell + R1-Ring

Konnektivität | Smartphone-Verbindung über die Even-App

Teleprompter | Unterstützt

Übersetzung | Echtzeitübersetzung mit automatischer Spracherkennung

Navigation | 2D-Kartenansicht

Kamera | Keine Kamera

Gläser | Für Korrekturgläser geeignet

Akkulaufzeit | Bis zu einem ganzen Tag

Laden | Laden über das Etui

Design | Leichtes, alltagstaugliches Gestell

Even Realities R1 Smart Ring

Kategorie | Spezifikation

Funktion | Controller für Gesteneingabe

Bedienung | Scrollen und Auswählen

Konnektivität | Gekoppelt mit der G2-Brille

Akkulaufzeit | Mehrere Tage

Design | Minimalistisch und leicht

Even-App

Kategorie | Spezifikation

KI-Funktionen | Even-AI-Assistent

Gesundheitstracking | Schritte, Schlaf, Herzfrequenz, HRV, SpO2, Temperatur

Produktivitätstools | Erinnerungen, Schnelllisten

Teleprompter | Text-Upload und Steuerung

Übersetzung | Sprachauswahl und Anzeige

Geräteeinrichtung | Onboarding und Konfiguration

Relevanz für Unternehmen

Aus Sicht von VR Expert liegt der größte Mehrwert der G2 in ihrer Fähigkeit, Kommunikation und strukturierte Arbeitsabläufe zu unterstützen.

Der Teleprompter ermöglicht souveränere Präsentationen, während die Echtzeitübersetzung die internationale Zusammenarbeit unterstützen kann. KI-generierte Erinnerungen helfen, den Arbeitsalltag zu strukturieren, und das dezente Display ermöglicht den Zugriff auf Informationen, ohne Gespräche zu unterbrechen.

Da das Gerät keine Kamera besitzt, lässt es sich möglicherweise auch leichter in Umgebungen einsetzen, in denen Datenschutzbedenken eine wichtige Rolle spielen.

Organisationen, die einen Einsatz in Erwägung ziehen, sollten prüfen, wie sich Korrekturgläser teamübergreifend organisieren lassen, denn eine klare Sicht ist für eine komfortable Nutzung unerlässlich.

Fazit

Die Even Realities G2 und der R1 zeigen, wie sich smarte KI-Brillen zu praktischen Produktivitätswerkzeugen entwickeln können, die sich nahtlos in den Arbeitsalltag einfügen.

Das Gerät versucht nicht, vorhandene Hardware zu ersetzen, sondern ergänzt sie, indem es schnellen Zugriff auf Informationen, Erinnerungen und Übersetzungen bietet und strukturierte Kommunikation unterstützt.

Das Bedienkonzept mit dem Ring ist besonders gelungen und verbessert die Benutzerfreundlichkeit im Vergleich zu vielen anderen Wearable-Schnittstellen deutlich.

Auch wenn einige Funktionen wie die Navigation noch relativ einfach sind, wirkt das Gesamterlebnis bereits ausgereift genug für erste Erprobungen im beruflichen Umfeld und eine frühe Einführung in Unternehmen.

Für Organisationen, die sich mit KI-gestützten Produktivitätstools beschäftigen, ist die Even Realities G2 eine der interessantesten Entwicklungen, die derzeit in der Kategorie der Smart Glasses auf den Markt kommen.

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João Noronha

Geschrieben von

João Noronha

XR- und Immersive-Content-Spezialist bei VR Expert

João Noronha ist XR- und Immersive-Content-Spezialist bei VR Expert und interessiert sich besonders für neue Technologien und deren praktische Anwendungen. Er konzentriert sich darauf, komplexe Entwicklungen in den Bereichen VR, AR, KI-Brillen und immersive Technologie in klare, praxisnahe Inhalte für Unternehmen und Fachleute zu übersetzen, die sich mit der XR-Branche befassen.

Häufig gestellte Fragen

Dieser Artikel

Sie kombiniert eine leichte KI-Brille ohne integrierte Kamera mit dem R1-Smart-Ring für eine diskrete Steuerung und setzt auf Produktivitätsfunktionen wie Teleprompter, Übersetzung und Erinnerungen statt auf immersive Darstellungen.

In erster Linie über den R1-Smart-Ring, mit dem Nutzer unauffällig scrollen, auswählen und durch Inhalte navigieren können. Als zusätzliche Bedienmöglichkeit steht ein Touchpad am Gestell zur Verfügung.

Im Test hielt die Brille einen ganzen Arbeitstag durch, der Ring lief mehrere Tage, bevor er aufgeladen werden musste. Das Etui dient zugleich als Powerbank und ermöglicht bequemes Nachladen zwischendurch.

Ja. Da sie keine integrierte Kamera hat, lässt sie sich leichter in Umgebungen einsetzen, in denen Datenschutzbedenken die Nutzung von Wearables mit Kamera einschränken.