Mentra OS mit der Even Realities G2 im Test

Mentra OS mit der Even Realities G2 im Test

Warum wir Mentra OS getestet haben

Der Hauptgrund, Mentra OS auszuprobieren, war schlicht Neugier.

Die Even Realities G2 bietet bereits ein aufgeräumtes HUD-Erlebnis, doch Smart Glasses werden erst dann richtig wertvoll, wenn die Software mehr kann, als grundlegende Informationen anzuzeigen. Mentra OS schien eine Möglichkeit zu sein, die Brille zu öffnen und im Laufe eines normalen Arbeitstags verschiedene Nutzungsweisen auszuprobieren.

Ziel war nicht, ein Smartphone oder einen Laptop zu ersetzen. Es ging darum herauszufinden, ob Mentra OS kleine alltägliche Interaktionen schneller, unkomplizierter und weniger ablenkend machen kann.

Was Mentra OS tatsächlich hinzufügt

Mit Mentra OS wirkt die Brille weniger eingeschränkt.

Statt die G2 nur mit ihren Standardfunktionen zu nutzen, erhält man mit Mentra OS eine flexiblere App-Ebene. Das ist der wichtigste Vorteil. Man hat das Gefühl, die Brille an unterschiedliche Routinen anpassen zu können – je nachdem, was man im HUD sehen möchte.

Im Alltag funktioniert das am besten mit kleinen Informationshäppchen. Kurze Erinnerungen, knappe Hinweise, kleine Updates und einfache Inhalte, die sich mit einem Blick erfassen lassen, sind am sinnvollsten. Wenn die Information kurz und relevant ist, ist es wirklich praktisch, sie direkt vor Augen zu haben.

Der größte praktische Vorteil ist, dass man seltener kurz aufs Smartphone schaut.

Das mag nebensächlich klingen, macht aber einen Unterschied. Viele Blicke aufs Smartphone beginnen mit einer einfachen Aufgabe und enden schnell bei etwas ganz anderem. Mit Mentra OS lassen sich einige dieser Momente stattdessen in der Brille abwickeln. Man erhält die Information, ohne die Aufmerksamkeit ganz auf einen anderen Bildschirm zu richten.

Was gut funktioniert

Das Beste an Mentra OS ist die Idee dahinter: nützliche Informationen griffbereit zu halten, ohne dass die Brille überladen wirkt.

Wenn alles reibungslos läuft, fühlt sich das Ganze natürlich an. Ein kurzer Blick, man bekommt, was man braucht, und macht mit dem weiter, was man gerade getan hat. Genau dort ergeben Smart Glasses Sinn.

Die App verleiht der G2 außerdem einen experimentelleren Charakter. Man hat nicht das Gefühl, dass die Brille auf einen einzigen festen Anwendungsfall beschränkt ist. Es gibt Spielraum, verschiedene Funktionen auszuprobieren und zu sehen, was tatsächlich in den eigenen Alltag passt.

Diese Flexibilität ist nützlich, vor allem wenn man gern neue Arbeitsabläufe ausprobiert und nach kleinen Möglichkeiten sucht, den Tag mit weniger Unterbrechungen zu gestalten.

Wo Mentra OS noch unausgereift wirkt

Mentra OS ist nützlich, wirkt aber noch nicht ganz ausgereift.

Manche Interaktionen fühlen sich langsamer an als erwartet. Bei der Steuerung kann es gelegentlich zu Verzögerungen kommen – und das fällt ins Gewicht, denn der ganze Sinn dieses Setups ist der schnelle Zugriff. Wenn das Öffnen, Steuern oder Ändern von etwas zu lange dauert, erscheint es bald einfacher, doch einfach zum Smartphone zu greifen.

Das Erlebnis hängt zudem stark davon ab, wie nützlich die Informationen sind. Mentra OS funktioniert gut, wenn kurze, relevante Inhalte angezeigt werden. Weniger nützlich wird es, wenn die Interaktion zu viele Schritte oder zu viel Aufmerksamkeit erfordert.

Das ist die wichtigste Einschränkung: Mentra OS eignet sich gut als schlanke Zusatzebene, aber nicht als etwas, um das man sich ständig kümmern möchte.

Das Problem der Ablenkung durchs Smartphone

Einer der größten Pluspunkte von Mentra OS ist, dass es helfen kann, die Smartphone-Nutzung zu reduzieren – allerdings nur in bestimmten Situationen.

Die Ablenkung durchs Smartphone verschwindet damit nicht vollständig. Das wäre unrealistisch. Aber die kleinen, unnötigen Blicke aufs Smartphone, die sich über den Tag verteilen, können weniger werden.

Statt beispielsweise zum Smartphone zu greifen, um eine Erinnerung oder ein kleines Update zu prüfen, kann die Information über die Brille eingeblendet werden. So bleibt die Interaktion kürzer und weniger ablenkend.

Das ist wahrscheinlich der größte Nutzen von Mentra OS im Alltag. Es verändert die Arbeitsweise nicht grundlegend, kann aber einige Unterbrechungen beseitigen. Über einen ganzen Tag hinweg macht sich das bemerkbar.

Was besser sein könnte

Was Mentra OS vor allem braucht, ist ein flüssigerer Ablauf.

Die Idee ist stark, doch die App muss sich schnell und zuverlässig anfühlen, damit sie zu etwas wird, das Menschen täglich nutzen. Schon kleine Verzögerungen können das Erlebnis weniger nützlich erscheinen lassen, denn Smart Glasses sollen schnelle Interaktionen ja gerade erleichtern.

Auch die Akkulaufzeit gehört zum Erlebnis. Das ist teilweise eine Frage der Hardware, aber Mentra OS beeinflusst, wie oft das HUD genutzt wird. Je aktiver man es nutzt, desto mehr wird der Akku zu etwas, worüber man nachdenken muss.

Das verändert die Art, wie man das Setup nutzt. Statt alles bedenkenlos aktiv zu lassen, überlegt man zunehmend, wann sich die Nutzung lohnt.

Fazit

Mentra OS macht die Even Realities G2 nützlicher – vor allem, weil die Brille dadurch zu einer flexibleren Informationsebene wird.

Der überzeugendste Anwendungsfall ist simpel: schnelle Informationen, ohne zum Smartphone greifen zu müssen. Für Erinnerungen, kurze Hinweise und Updates, die sich auf einen Blick erfassen lassen, funktioniert das gut und kann helfen, Ablenkungen im Laufe des Tages zu reduzieren.

Der Nachteil: Stellenweise wirkt das Erlebnis noch unausgereift. Gelegentliche Verzögerungen, ein noch nicht ganz flüssiger Ablauf und der Gedanke an den Akku machen es weniger mühelos, als es sein müsste.

Ehrlich gesagt: Mentra OS ist einen Versuch wert, wenn man mit intelligenteren, weniger ablenkenden Nutzungsweisen von KI-Brillen experimentieren möchte. Wer ein vollständig ausgereiftes App-Erlebnis erwartet, das den ganzen Tag perfekt funktioniert, für den kommt es womöglich noch etwas zu früh.

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João Noronha

Geschrieben von

João Noronha

XR- und Immersive-Content-Spezialist bei VR Expert

João Noronha ist XR- und Immersive-Content-Spezialist bei VR Expert und interessiert sich besonders für neue Technologien und deren praktische Anwendungen. Er konzentriert sich darauf, komplexe Entwicklungen in den Bereichen VR, AR, KI-Brillen und immersive Technologie in klare, praxisnahe Inhalte für Unternehmen und Fachleute zu übersetzen, die sich mit der XR-Branche befassen.

Häufig gestellte Fragen

Dieser Artikel

Mentra OS ist die Softwareebene, die auf der Even Realities G2 läuft und die standardmäßigen HUD-Funktionen der Brille um ein flexibles App-Ökosystem ergänzt.

Nein. Es soll kleine, unnötige Blicke aufs Smartphone reduzieren, indem schnelle Informationen wie Erinnerungen und Hinweise direkt in der Brille angezeigt werden – nicht aber ein Smartphone oder einen Laptop ersetzen.

Noch nicht. Es kann gelegentlich zu Verzögerungen kommen, und es funktioniert am besten mit kurzen, auf einen Blick erfassbaren Inhalten statt mit komplexen Interaktionen.

Ja. Je aktiver das HUD genutzt wird, desto schneller entlädt sich der Akku, weshalb viele Nutzer bewusst entscheiden, wann sich die Aktivierung lohnt.

Es eignet sich für Nutzer, die mit unkomplizierteren, weniger ablenkenden Nutzungsweisen von KI-Brillen experimentieren möchten