Test einer bildschirmlosen Workstation: Können die XREAL One Pro und eine faltbare Tastatur wirklich einen Laptop ersetzen?

Test einer bildschirmlosen Workstation: Können die XREAL One Pro und eine faltbare Tastatur wirklich einen Laptop ersetzen?

Das komplette Setup in einer kleinen Tasche

Statt eines 14-Zoll-Laptops samt klobigem Ladegerät passte mein gesamtes mobiles Setup problemlos in eine kleine Umhängetasche:

  • Display: AR-Brille XREAL One Pro.
  • Recheneinheit: Ein handelsübliches Smartphone. (Hinweis: Ihr Smartphone muss die Videoausgabe über USB Type-C DisplayPort Alt Mode unterstützen, um Desktop-Umgebungen wie Samsung DeX oder Motorola Ready For aktivieren zu können.)
  • Eingabe: Eine faltbare Bluetooth-Tastatur mit 81 Tasten (inklusive separatem Ziffernblock) und eine flache externe Bluetooth-Maus.

Die Einrichtung war echtes Plug-and-Play. Ich klappte die Tastatur auf, schaltete die Maus ein und verband die Brille mit dem Smartphone. Die Desktop-Oberfläche startete sofort in der Brille. Statt einer beengten Smartphone-Oberfläche schwebte direkt vor mir ein riesiger Arbeitsbereich, der einen 140- bis 150-Zoll-Monitor simulierte.

Die praktischen „Pluspunkte“

1. Felsenfeste Bildstabilität (3DoF)

Die größte Hürde für produktives Arbeiten in AR ist ein wackelndes Bild, das schnell zu Bewegungsübelkeit führt. Die XREAL One Pro löst dieses Problem mit ihrem integrierten Anchor Mode (3DoF). Sobald er aktiviert ist, wird der virtuelle Desktop an einem festen Punkt im Raum verankert. Ich konnte den Kopf drehen, um Kaffee zu trinken oder mich im Raum umzusehen, und wenn ich wieder hinsah, war der Bildschirm genau dort, wo ich ihn gelassen hatte. Es fühlte sich an wie der Blick auf einen echten PC-Monitor.

2. Gestochen scharfer Text für längeres Lesen

Bei echter Arbeit kommt es bei der Bildqualität auf die Lesbarkeit der Schrift an, nicht auf Kinoeffekte. Der Text in der Brille wirkte unglaublich scharf, ohne störende Unschärfe oder Farbsäume an den Rändern der Buchstaben – dadurch waren auch lange Schreib- und E-Mail-Sessions angenehm für die Augen.

3. Absolute Privatsphäre an öffentlichen Orten

Wer in einem vollen Café oder Zug am Laptop arbeitet, präsentiert seinen Bildschirm allen Umstehenden. Mit diesem Setup bleibt die Anzeige vollkommen privat. Passanten sehen nur einen Typen mit Sonnenbrille, der auf einer winzigen Tastatur tippt – eine hervorragende Lösung, um unterwegs mit sensiblen Geschäftsdaten zu arbeiten.

4. Bessere Ergonomie

Am Laptop sitzt man zwangsläufig nach vorn gebeugt. Mit einer AR-Brille befindet sich der Bildschirm genau auf Augenhöhe. Ich konnte mich im Cafésessel ganz zurücklehnen, die Hände auf dem Tisch ablegen und beim Tippen geradeaus schauen, was Nacken und Schultern deutlich entlastete.

Die Reibungspunkte im Alltag

1. Die Bügel an den Schläfen werden warm

Das ist der physische Kompromiss eines schlanken, lüfterlosen Formfaktors. Da die interne Hardware direkt im Rahmen verbaut ist, werden die seitlich am Kopf anliegenden Bügel nach 45 bis 60 Minuten Dauernutzung spürbar warm. Das ist nicht schmerzhaft, aber die ständige Wärmeabgabe zwingt einen, jede Stunde kurze Pausen einzulegen.

2. Verlassen Sie sich nie auf das Touchpad einer faltbaren Tastatur

Die faltbare Tastatur mit 81 Tasten war zwar hervorragend zum Tippen, ihr integriertes Touchpad jedoch mikroskopisch klein. Einen riesigen virtuellen 150-Zoll-Desktop mit einem winzigen Touchpad zu bedienen, ist zum Verzweifeln. Eine separate Bluetooth-Maus mitzunehmen war Pflicht: Sie verdreifachte mein Navigationstempo und ließ das Setup wie eine echte Workstation wirken.

3. Hoher Akkuverbrauch

Gleichzeitig eine Desktop-Oberfläche auszuführen, zwei Bluetooth-Verbindungen aktiv zu halten und die Brille mit Strom zu versorgen, belastet das Smartphone enorm. Ein älteres Smartphone hält etwa 1,5 bis 2 Stunden durch, bevor es Strom braucht. Für alles, was über eine kurze Session hinausgeht, sind ein USB-C-Power-Delivery-Hub (PD) und eine schnellladefähige Powerbank Pflicht, damit dem Smartphone nicht der Saft ausgeht.

Das Fazit

Kann dieses Setup Ihren Laptop ersetzen? Nicht ganz. Wenn Ihr Workflow aufwendige Videobearbeitung, Grafikdesign, komplexe Tabellenkalkulationen oder Dutzende rechenintensive Browser-Tabs erfordert, bleibt das Smartphone der Leistungsengpass.

Für Autoren, Remote-Worker, Berater und Geschäftsreisende, deren Arbeitsalltag aus Schreiben, E-Mails, dem Prüfen von Dokumenten und einfacher Dateneingabe besteht, lautet die Antwort jedoch überraschenderweise: Ja.

Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, einen privaten 150-Zoll-Desktop-Arbeitsbereich in einer kleinen Crossbody-Tasche mit sich zu tragen, wirkt es zunehmend überflüssig, für einfache Büroaufgaben einen herkömmlichen Laptop herumzuschleppen.

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João Noronha

Geschrieben von

João Noronha

XR- und Immersive-Content-Spezialist bei VR Expert

João Noronha ist XR- und Immersive-Content-Spezialist bei VR Expert und interessiert sich besonders für neue Technologien und deren praktische Anwendungen. Er konzentriert sich darauf, komplexe Entwicklungen in den Bereichen VR, AR, KI-Brillen und immersive Technologie in klare, praxisnahe Inhalte für Unternehmen und Fachleute zu übersetzen, die sich mit der XR-Branche befassen.

Häufig gestellte Fragen

Dieser Artikel

Nicht ganz. Für Schreiben, E-Mails, das Prüfen von Dokumenten und einfache Dateneingabe eignet sie sich gut, doch für aufwendige Videobearbeitung, Grafikdesign oder viele anspruchsvolle Browser-Tabs braucht man weiterhin einen Laptop.

Ein Smartphone, das die Videoausgabe über USB-C DisplayPort Alt Mode unterstützt, eine faltbare Bluetooth-Tastatur und eine Bluetooth-Maus.

Ja. Der integrierte Anchor Mode (3DoF) der XREAL One Pro fixiert den virtuellen Bildschirm an Ort und Stelle und beseitigt so das Wackeln, das in AR üblicherweise Bewegungsübelkeit auslöst.

Die Akkulaufzeit hängt vom Smartphone ab, da es neben der Brille auch die Desktop-Oberfläche und zwei Bluetooth-Verbindungen mit Strom versorgt

Ja. Passanten sehen nur jemanden, der eine Brille trägt