Wann AR-Brillen betrieblich sinnvoll sind
Nicht jeder Prozess erfordert AR-Brillen. Den größten Nutzen bieten sie dort, wo Mitarbeitende gleichzeitig handeln, beobachten und Entscheidungen treffen müssen und dabei auf Anweisungen oder Daten zurückgreifen.
Der häufigste Ausgangspunkt ist ein Prozess, der eines oder mehrere der folgenden Merkmale aufweist:
- Mitarbeitende wechseln regelmäßig zwischen der Aufgabe und dem Bildschirm,
- für die Ausführung der Aufgabe werden beide Hände benötigt,
- der Ablauf erfordert eine Checkliste oder die Bestätigung der nachfolgenden Schritte,
- neue Mitarbeitende benötigen Unterstützung beim Onboarding,
- gelegentlich muss in Echtzeit ein Experte aus der Ferne hinzugezogen werden,
- Foto-, Video- oder Sprachdokumentation ist Teil des Prozesses.
Genau deshalb werden AR-Lösungen derzeit vor allem in der Logistik, bei Inspektionen, in der Instandhaltung und im Außendienst beworben. Sie ermöglichen freihändiges Arbeiten, weniger Fehler und eine höhere Produktivität.
Wo AR-Brillen am besten passen – ein kurzer Überblick
Bereich | Typisches betriebliches Problem | Wo AR-Brillen helfen können
Lager | häufiger Aufmerksamkeitswechsel zwischen Ware, Lagerplatz und Bildschirm | Kommissionierung, Inventur, Wareneingang und -ausgang, schnelleres Onboarding von Mitarbeitenden
Instandhaltung | Notwendigkeit, mit den Händen zu arbeiten und gleichzeitig auf Anleitungen zuzugreifen | Checklisten, Diagnose, Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Dokumentation
Außendienst | kein Experte vor Ort und Risiko eines zweiten Einsatzes | Fernunterstützung, Anleitungen, Dokumentation der durchgeführten Arbeiten
Inspektionen | verstreute Daten und mangelnde Einheitlichkeit der Abläufe | Standardisierung von Inspektionen, Spracherkennung, Fotos und Aufzeichnungen, Prüfpfad (Audit Trail)
Lager: weniger Wechsel zwischen Aufgabe und Bildschirm
Im Lagerumfeld sind AR-Brillen dann wirksam, wenn sie die Zahl kleiner Arbeitsunterbrechungen verringern. Gemeint sind Situationen, in denen Mitarbeitende die Ware nicht erst ablegen, auf ein separates Terminal schauen, zur Liste zurückkehren und sich wieder auf ein anderes Gerät konzentrieren müssen. Stattdessen erscheinen die nächsten Prozessschritte direkt im Sichtfeld.
Im Lager sind AR-Brillen vor allem in folgenden Szenarien nützlich:
- Kommissionierung,
- Inventur und Bestandskontrolle,
- Wareneingang und Warenausgang,
- Sequenzierung,
- sowie Unterstützung beim Onboarding neuer Mitarbeitender.
Was im Lager in der Regel über den Erfolg entscheidet
Die Hardware allein reicht nicht aus. Die Einführung gelingt am besten, wenn das Unternehmen klar festgelegt hat:
- welche Prozessschritte verkürzt werden sollen,
- wie Mitarbeitende den Abschluss einer Aufgabe bestätigen,
- mit welchem System die Lösung integriert werden soll,
- und welche KPIs nach der Einführung gemessen werden.
Man sollte sich daher nicht allein auf die Gerätespezifikationen konzentrieren: Die Integration in das WMS, die Qualität der Benutzeroberfläche, die Logik der Anleitungen und die Geschwindigkeit, mit der Nutzer in den Prozess eingearbeitet werden, sind weitaus wichtiger.
Instandhaltung: Anleitungen, Diagnose und Dokumentation, ohne die Hände von der Arbeit zu nehmen
In der Instandhaltung sollen AR-Brillen in der Regel nicht das Fachwissen eines Technikers ersetzen. Ihr Zweck ist vielmehr, den Weg zwischen dem Erkennen eines Problems und der passenden Maßnahme zu verkürzen. Den größten Nutzen bieten sie dort, wo Mitarbeitende Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Zugriff auf die Ticket-Historie, eine Sicherheitscheckliste oder die Unterstützung eines Experten aus der Ferne benötigen.
Ein gut gestalteter Prozess kann den Techniker durch die einzelnen Schritte führen, die Bestätigung wichtiger Etappen verlangen und automatisch eine lückenlose Dokumentation erzeugen. In Umgebungen, in denen die Einhaltung von Verfahren, Sicherheit und eine schnelle Reaktion auf Abweichungen entscheidend sind, ist diese Prozessebene oft wichtiger als die Attraktivität der Technologie allein.
Wo passt die RealWear Navigator 520 in dieses Modell?
Im Kontext der Instandhaltung passt die **RealWear Navigator 520** gut zu Szenarien, in denen Robustheit, Schichtarbeit und freihändige Bedienung unerlässlich sind. Dieses Modell eignet sich am besten für Inspektionen, Wartung, Reparaturen unter Einbindung von Experten aus der Ferne sowie die Echtzeit-Visualisierung von IoT-Daten. Erwähnenswert sind außerdem die einfache Verwaltung der Bereitstellung und die Möglichkeit, Akkus im laufenden Betrieb zu wechseln – entscheidend für einen durchgehenden Betrieb.
Genau deshalb wird diese Art von Gerät typischerweise dort in Betracht gezogen, wo Folgendes am wichtigsten ist:
- stabiler Betrieb in einer anspruchsvollen Umgebung,
- schneller Zugriff auf Anleitungen und Verfahren,
- Kommunikation mit einem Experten aus der Ferne,
- Minimierung von Ausfallzeiten,
- Arbeiten, ohne ständig auf einen anderen Bildschirm wechseln zu müssen.
Außendienst: wenn Unsicherheit vor Ort der größte Kostenfaktor ist
Im Außendienst ist die Fahrzeit nicht der einzige Kostenfaktor. Sehr oft liegt das Problem in fehlenden Informationen vor Ort, in der Notwendigkeit, die Zentrale zu kontaktieren, im Risiko eines erneuten Einsatzes oder im Fehlen des richtigen Spezialisten beim ersten Einsatz. Genau hier können AR-Brillen einen erheblichen Mehrwert schaffen, da Techniker sich damit mit einem Experten verbinden, kontextbezogene Anleitungen abrufen und gleichzeitig die durchgeführten Arbeiten dokumentieren können.
Ein gutes Beispiel vom polnischen Markt ist die Fallstudie **Lumnio – RealWear Navigator 520 & Vuzix M4000**, in der VR Expert beide Geräte einführte, damit Außendiensttechniker berührungslos auf digitale Prozesse zugreifen und aus der Ferne mit Experten in Kontakt treten konnten.
Wo passt die Vuzix M4000 in dieses Modell?
In dieser Branche sind eine gute Sicht auf die Umgebung und die Möglichkeit, Informationen anzuzeigen, ohne das Sichtfeld zu verdecken, oft entscheidend. Genau deshalb ist die **Vuzix M4000** die naheliegende Wahl in Szenarien, in denen eine gute Sicht wichtig ist. Zu den aus Sicht geschäftlicher Anwender wichtigsten Merkmalen zählen: ein Sichtfeld von 28°, Sprachsteuerung, ein transparentes optisches Display, Schritt-für-Schritt-Dokumentation und Live-Streaming für den Remote-Support.
In der Praxis ist diese Art von Gerät dort sinnvoll, wo Folgendes benötigt wird:
- Anzeige von Anleitungen, ohne die Umgebung vollständig zu verdecken,
- schnelle Unterstützung durch Experten aus der Ferne,
- Aufnahme von Fotos und Videos aus der Perspektive des Technikers,
- Arbeit im Außeneinsatz unter Wahrung des Situationsbewusstseins.
Was vor dem Pilotprojekt vorzubereiten ist
Der häufigste Fehler bei AR-Einführungen besteht darin, dass ein Unternehmen mit der Auswahl eines Geräts beginnt und erst später über den Prozess nachdenkt. Bewährte Implementierungspraktiken zeigen jedoch das Gegenteil: Zuerst muss festgelegt werden, welcher Engpass beseitigt werden soll, welche Daten im Sichtfeld erscheinen sollen und wie die Wirkung des Projekts gemessen wird.
Vor dem Pilotprojekt sollte daher festgelegt werden:
- welcher Prozess genau optimiert werden soll,
- welche Schritte durch Anleitungen geführt werden sollen,
- mit welchen Systemen die Lösung integriert werden soll,
- welche KPIs nach der Einführung gemessen werden,
- und wie das Onboarding der Nutzer aussehen soll.
Erst in diesem Stadium sollten Sie beurteilen, ob die **RealWear Navigator 520**, die **Vuzix M4000** oder ein anderes Gerät aus dem Portfolio von VR Expert der bessere Ausgangspunkt wäre. Entscheidend ist, das Werkzeug auf die Arbeitsumgebung, die Art der Aufgabe und den Grad der Integration in den bestehenden Prozess abzustimmen.
Fazit
AR-Brillen funktionieren am besten in Situationen, in denen Mitarbeitende gleichzeitig handeln, beobachten und Entscheidungen treffen müssen.
Im Lager bedeutet das in der Regel eine schnellere Kommissionierung und weniger Wechsel zwischen Aufgabe und Bildschirm. In der Instandhaltung geht es vor allem um Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Diagnose und Dokumentation. Im Außendienst entsteht der größte Nutzen durch den Zugang zu einem Experten und zu Wissen genau dann, wenn sie gebraucht werden.
Aus Sicht von VR Expert sind Geräte wie die RealWear Navigator 520, die Vuzix M4000 und andere AR-Brillen dann sinnvoll, wenn sie Teil eines durchdachten Prozesses sind. RealWear wirkt in einem industriellen Umfeld in der Regel natürlicher, während sich Vuzix besser für Szenarien eignet, in denen die Sicht auf die Umgebung wichtiger ist.
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